Schamanismus als universelle Heiltradition

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Schamanismus als universelle Heiltradition

Schamanische Praktiken sind weltweit verbreitet und sind sich in ihrer Grundstruktur ähnlich. Diese Ähnlichkeit deuten auf eine universelle menschliche Fähigkeit hin, mit transzendenten Wirklichkeiten in Kontakt zu treten. Der Schamanismus sei daher nicht nur ein kulturelles Phänomen, sondern Ausdruck eines tiefen menschlichen Bedürfnisses nach Heilung, Sinn und Verbindung.(Walsh 2005)

Trance und veränderte Bewusstseinszustände

Ein zentrales Element des Schamanismus ist die Fähigkeit, in veränderte Bewusstseinszustände einzutreten – etwa durch Trommeln, Tanz, Fasten oder Pflanzenmedizin. Diese Zustände zeigt aus neuropsychologischer Sicht, dass sie mit therapeutischen Prozessen vergleichbar sind. In der Trance kann der Schamane Zugang zu inneren Bildern, archetypischen Kräften und heilenden Energien erhalten, die im normalen Wachbewusstsein verborgen bleiben.

Die Rolle des Schamanen als Heiler und Vermittler

Der Schamane gilt als „Techniker des Heiligen“ – als jemand, der gelernt hat, mit der geistigen Welt zu kommunizieren und diese Verbindung zum Wohle anderer einzusetzen. Dabei geht es nicht um magische Macht, sondern um eine tiefe Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und der Natur. Der Schamane heilt nicht nur den Einzelnen, sondern wirkt auch als Vermittler zwischen den Welten und als Hüter des Gleichgewichts.

Psychologische Wirkung schamanischer Praktiken

Schamanische Rituale können tiefgreifende psychologische Prozesse auslösen – etwa die Integration verdrängter Persönlichkeitsanteile, die Transformation von Angst und Trauma oder die Wiederherstellung eines sinnhaften Weltbezugs. Wenn wir diese Prozesse mit psychotherapeutischen Methoden vergleichen, können wir zu dem Schluss kommen, dass der Schamanismus eine Form von „spiritueller Psychotherapie“ darstellt, die auf Erfahrung, Symbolik und Beziehung zur geistigen Welt basiert.

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